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Taekwondo

Taekwondo Frau Tritt

Die Geschichte des Taekwondo

Wie in vielen Ländern, aus denen Kampfsportarten hervorgegangen sind, gibt es auch in Korea eine Jahrhunderte alte Tradition an Kampfkünsten. Es ist jedoch kein direkter ursächlicher Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung des Taekwondo nachzuweisen. Wandmalereien in Gräbern, des 35. v. Chr. gegründeten Königreiches Koguryo, die bei Ausgrabungen der Japaner im heutigen Gebiet von Nordkorea 1935 freigelegt wurden, zeigen zwar Posen, die an heute noch übliche Taekwondo-Techniken erinnern, es wäre aber rein hypothetisch, diese als den Ursprung des Taekwondo auszulegen.

Die waffenlose Kunst des Kampfes mittels Tritten und Schlägen war bei den Adligen und Kriegern sehr hoch angesehen. Ganz egal, in welchem Königreich es war und unter welchen Namen die Kampfkünste bekannt waren, alle dienten sie nur dem einen Zweck, sich nach dem Verlust der Waffe im Kampf verteidigen zu können. Wie die waffenlosen Kampfkünste auch immer hießen, eine von ihnen mussten die jungen Ritter beherrschen.

Taekwondo Heute

Nachdem das Verbot der Ausübung von Kampfkünsten in Korea 1943 aufgehoben wurde und Korea dann 1945 die Unabhängigkeit erlangte, kehrten einige von den Koreanern, die in Japan oder der Mandschurei Kampfkunst erlernt hatten, in ihre Heimat zurück. Sie eröffneten die 5 ursprünglichen Kampfkunstschulen, aus denen später das Taekwondo entstehen sollte.

Der Name Taekwondo tauchte erstmals 1955 auf und wurde von General Choi Hong-Hi entwickelt. Tae: Bedeutet im Sprung mit dem Fuß treten, stoßen oder schlagen, bezeichnet somit die Fußtechniken. Kwon: Heißt wörtlich Faust und steht für die Hand- und Armtechniken. Do: Ist vom chinesischen Tao abgeleitet und hat besonders im Buddhismus die sinnbildliche Bedeutung der geistigen Entwicklung, des Weges. Choi Hong-Hi war es auch, der die Grundsätze bzw. Prinzipien des Taekwondo benannt hatte, die von jeden Taekwondoin als zu erreichende Ziele erkannt werden müssen. Letztlich sorgte der General auch für die internationale Bekanntmachung (Mitbegründer der ITF - International Taekwondo Federation) und weltweite Verbreitung des Taekwondo, indem er zahlreiche Demonstrationen dieses Kampfsports anregte und durchführte.

So gelangte Taekwondo 1965 durch eine von ihm ins Leben gerufene Großveranstaltung in München auch nach Deutschland. Einer aus dem damaligen Team, Kwon Jae-Hwa, blieb in München und war bis 1972 bei der Verbreitung des Taekwondo in Deutschland maßgeblich beteiligt. Von 1968 bis 1981 war Taekwondo eine Sportsektion des Deutschen Judobunds. 1981 wurde dann die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet, die dem Deutschen Sportbund (DSB), der Europäischen Taekwondo Union (ETU) und der World Taekwondo Federation (WTF) angehört. Inzwischen finden in Seoul regelmäßig Taekwondo-Weltmeisterschaften statt, 1988 sah man Taekwondo erstmals bei den Olympischen Spielen in Seoul, wenn auch nur als Demonstrationssportart. Im Jahr 2000 war Taekwondo-Freikampf dann zum ersten Mal olympische Disziplin in Sydney.